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ÖTV lizenziert ausländische Ausbildungen

Erstmals anerkennt der ÖTV auch ausländische (inkl. EU) Ausbildungen von Tennis-Instruktoren, -Lehrern und -Trainern und gleicht diese erworbenen Zeugnisse österreichischen Ausbildungsstrukturen an. Was muss der/die AntragstellerIn dafür tun? Wie läuft der Antragsablauf ab? Was macht der ÖTV? Die einzelnen Schritte zur Lizenz werden hier erläutert. 

In Österreich werden rund 200 Tennis-InstruktorenInnen, -LehrerInnen und -TrainerInnen pro Jahr ausgebildet, um danach dem Nachwuchs, den Erwachsenen, den BreitensportlernInnen oder den Leistungs- und SpitzensportlernInnen die Sportart Tennis beizubringen oder die SpielerInnen der Spitze näher zu bringen. Es gibt aber auch "Tennis-Lehrende" in Österreich, die zwar derzeit bereits tagtäglich am Court stehen, aber nicht aus Österreich stammen, sondern ihre oftmals ausgezeichnete Ausbildung in ihren Heimatländern absolviert haben. 

Das Ziel: Ein transparentes Anerkennungssystem 
Viele dieser "Tennis-Lehrenden", die schon über Jahre hinweg in Österreich arbeiten, verfügen über eine ausländische (inkl. EU) Tennisausbildung, ohne jedoch in das Lizenzierungssystem des ÖTV bislang verankert worden zu sein. Darum verfolgt der ÖTV das Ziel, diesen Personenkreis in das österreichische Lizenzierungssystem zu integrieren und ausländischen Tennis-Lehrenden auch in Österreich die Möglichkeit der Anerkennung ihrer Ausbildung zu ermöglichen. Da das österreichische Ausbildungssystem als eines von nur dreizehn Nationen von Seiten der ITF über die höchste Auszeichnung verfügt (Gold-Status), ist es umso wichtiger, ein nach transparenten Richtlinien und Vorgaben nachhaltiges Anerkennungssystem zu konzipieren. Nicht zuletzt auch deswegen, da in ganz Europa zurzeit auch noch unterschiedliche Ausbildungsstrukturen zur Anwendung kommen. 

Österreichische und internationale Vorgaben werden herangezogen 
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, beruht das ÖTV-Anerkennungs- und Lizenzierungssystem von Zeugnissen für ausländische Bürger (inkl. EU Bürger) auf einem Vergleich (Überprüfung) der abgelegten Prüfungen mit dem entsprechenden österreichischen Tennis-Curriculum der österreichischen staatlichen BSPA (Bundessportakademien)-Tennisausbildungen des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK). Darüber hinaus werden auch die internationalen  Richtlinien der ITF bzw. die Empfehlungen der von der EU ausgewählten ENSSEE (Europäische Netzwerk für Sportwissenschaft, Bildung und Beschäftigung) und dessen Unterausschuss (ECC - European Coaching Council) für das Lizenzierungsverfahren herangezogen. 

"Gewerbeschein" für Tenniscoaches 
Die ÖTV-Lizenz versteht sich als "Gewerbeschein" für Tenniscoaches. Ziel ist, dass sich alle Tennislehrenden regelmäßig fortbilden. Alle heimischen Tennisvereine, die einen vom ÖTV lizenzierten Tennislehrer/Trainer oder Instruktor engagieren, können somit darauf vertrauen, dass auf ihrer Anlage nach den neuesten Standards unterrichtet wird. Wie aber kommt ein "ausländischer" Instruktor / Lehrer / Trainer zu einer ÖTV-Lizenz? Folgende Unterlagen sind in digitaler Form von einem Antragsteller an harald.mair@bspa.at oder johannes.landlinger@bspa.at zu senden:  

  • Das Antragsformular zur Lizenzierung (siehe ganz unten unter "Link"). 
  • Eine Kopie der ausländischen Abschlusszeugnisse (Diplome) des jeweiligen Landesverbandes inklusive Stundentafel mit Übersetzung (Deutsch/Englisch) pro Ausbildungsstufe. 
  • Die beglaubigte Bestätigung über den abgeschlossenen Ausbildungsgrad des jeweiligen Tennisverbandes (in Deutsch oder Englisch).

Wie läuft der Antragsablauf bei der ÖTV-Anerkennungskommission ab? 

  • 1. Schritt: Der Antragsteller/Antragstellerin reicht seine Unterlagen bei der ÖTV-Anerkennungskommission ein und überweist die Gebühren für die Erstrecherche. Wird nach dieser ersten Begutachtung festgestellt, dass hierfür keine Lizenzierung in Österreich zu erwarten ist, wird dies dem Antragsteller/Antragstellerin mitgeteilt. Dies geschieht zum Schutz des Antragstellers/Antragstellerin, um ihm/ihr unnötige Kosten für den 2. Schritt (Lizenzverfahren) zu ersparen. 
  • 2. Schritt: Nach positiver Rückmeldung von Seiten des ÖTV – d. h. es ist mit einer erfolgreichen Lizenzierung zu rechnen – kommt es durch die Überweisung der Gebühren für das Lizenzverfahren, den Kosten für den 3-tägigen Pflichtlehrgang zur Einleitung des Lizenzverfahrens. Dabei wird ein offizielles Sachverständigengutachten erstellt, bei dem anhand der vorgelegten Unterlagen des Antragstellers/Antragstellerin im Detail eruiert wird, welche österreichische Lizenz vom ÖTV – Gold, Silber oder Bronze – definitiv vergeben wird. 
  • 3. Schritt: Die jeweilige ÖTV-Lizenz (Gold für Trainer, Silber für Lehrer, Bronze für Instruktoren) wird nach Überweisung der ÖTV-Lizenzgebühr ausgestellt. Die Ausstellung der ÖTV-Lizenz gilt gleichzeitig als Anmeldung für den 3-tägigen Pflichtkurs. 
  • 4. Schritt: Der Instruktor / Lehrer / Trainer nimmt nach Lizenzerhalt an dem vorgegebenen 3-tägigen Pflichtlehrgang teil, um Gegenstände oder Lehrstoffgebiete der österreichischen Ausbildungsstrukturen in das vorhandene Fachwissen zu integrieren (österreichische Lehrmethodik, Struktur des ÖTV, …). Für den Fall, dass an dem Kurs nicht teilgenommen wird, erlischt mit sofortiger Wirkung die entsprechend ausgestellte ÖTV-Lizenz.


Kontakt: 
Name: Prof. Mag. Harald Mair        
Funktion: ÖTV-Lehrreferent         
ÖTV – Anerkennungskommission    
Telefon: +43 664 348 02 02         
Email: harald.mair@oetv.at             

Name: MMag. Dr. Johannes Landlinger 
Funktion: Tennis Ausbildungsleiter BSPA Linz 
ÖTV- Anerkennungskommission 
Telefon: +43 650 466111 
Email: Johannes.Landlinger@bspa.at 

Link: 
ÖTV-Lizenzierung für ausländ. Tennisausbildungen | Antragsformular